Am Auersberg - Der geheimnisvolle Teil des Erzgebirges
A A A

Einrichtung der Stadt Eibenstock

Online-Shop

Unser regionaler Warenkorb mit Produkten aus der Region "Am Auersberg"

zum Shop »

 

 

Geschichtliche Entwicklung der Stickerei in Eibenstock

Clara Angermann
Clara Angermann
historische Stickstube in Eibenstock
Stickstube
historische Nähstube für Korrekturarbeiten an Gardinen
Nähstube
Eibenstocker Stickerei auf der Weltausstellung 1893 in Chicago, USA
Weltausstellung 1893
historische Urkunde aus den USA für den Eibenstocker Stickereibetrieb Paul Häckel
Urkunde

Als die Arbeit im Bergbau 1760 drastisch zurück ging, kam Not und Armut in Eibenstock und Umgebung auf. Viele Menschen mussten die Not mit ihrem Leben bezahlen. Im Jahre 1772 kostete ein Brot 4 Groschen und 5 Pfennige, aber der Tageslohn betrug damals nur 2 Groschen und 3 Pfennige. Demzufolge konnten sich die Menschen nicht täglich ein Brot kaufen. Als Retterin in der Not kam Clara Angermann 1775 aus einem polnischen Kloster nach Eibenstock und legte den Grundstein für die Stickerei. Sie brachte den Frauen und Mädchen das Tambourieren, das Sticken mit der Häkelnadel, bei. Aus dem anfänglich bescheidenen heimischen Gewerbe entwickelte sich im Laufe der Zeit eine blühende Stickindustrie, die Eibenstock Weltruhm und Wohlstand brachte.

Die Entwicklung der Stickerei schritt fort und so wurde 1829 die Handstickmaschine erfunden. Damit wurde das Sticken von Hand von der Maschine abgelöst. In dieser Zeit arbeitete jedes Familienmitglied bis spät in die Nacht mit. Die Frauen und Kinder übernahmen die Arbeit des Vorfädelns der Nadeln für die Handstickmaschine. Später wurde dieser Arbeitsschritt ebenfalls mechanisiert. Nachfolgend wurde im Jahre 1863 die Schiffchenstickmaschine mit Pantograph entwickelt. In Eibenstock hielt diese Maschine 1883 Einzug. Im Jahre 1910 kam schließlich ein mit Lochkarte gesteuerter Automat mit dazugehöriger Punsch- und Repetiermaschine zum Einsatz. Er wird heute noch zum Teil in der Praxis unverändert eingesetzt.

Nachdem sich die Stickerei mit den dazu gehörenden Maschinen gut entwickelte, beherrschte um 1900 die Stickerei von Eibenstock den Weltmarkt.
Diesem Aufschwung ist es zu verdanken, dass Eibenstock an das vorhandene Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Es entstand 1904/5 die sogenannte „Steilstrecke“ von Eibenstock – die steilste Normalspurbahn Deutschlands.
In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg entstanden aus den kleineren Betrieben Produktionsgenossenschaften, die 1972 zu zwei großen Betrieben zusammengelegt und verstaatlicht wurden. Das waren die Volkseigenen Betriebe (VEB) "Sticktex" und "Buntstickerei". Zu dieser Zeit waren jeweils über 1000 Beschäftigte in der Stickerei tätig.
Heute existieren in Eibenstock die Firma Funke Stickerei und die Firma Diersch & Schmidt.

Wurzelrudi